Informationen zu Fahrzeugkomponenten, Reparatur und Wartung



Bremsflüssigkeitswechsel

Bremsflüssigkeit sollte i.d.R. alle zwei Jahre oder alle 60.000 km gewechselt werden. Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch, d.h. sie nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf und bindet sie.

Die Feuchtigkeit gelangt über die Kunststoffkomponenten (Ausgleichsbehälter / Bremsschläuche) des Bremssystems in die Bremsflüssigkeit.

Ist der Feuchtigkeitsanteil zu groß (>3%), ändert sich das Siedeverhalten der Bremsflüssigkeit. Da beim Bremsen an den Rädern mitunter sehr hohe Temperaturen entstehen, beginnt die Feuchtigkeit (das Wasser) in der Bremsflüssigkeit zu sieden. Es entstehen Dampfblasen, die sich im Gegensatz zur Flüssigkeit komprimieren lassen. Das kann zur Folge haben, dass sich das Bremspedal bis zum Boden treten lässt, ohne dass das Fahrzeug ausreichend abgebremst wird.

Weiterhin sind im Bremssystem teilweise Komponenten (z.B. Radbremszylinder / Hauptbremszylinder) verbaut, die aus "ungeschütztem Stahl" bestehen. Dort kann sich Rost ansetzen und die Lebensdauer dieser Bauteile stark verkürzen.

Klimaservice

Die Klimaanlage sollte regelmäßig gewartet werden, um deren Funktion aufrecht zu erhalten, Leckagen möglichst rechtzeitig zu entdecken und einen Ausfall mit kapitalen Folgeschäden zu vermeiden.

Als regelmäßig empfehle ich, mind. alle 2 Jahre eine Wartung durchführen zu lassen, ggf. sogar jährlich.

In der Klimaanlage befindet sich eine Trocknerflasche. Das ist so etwas wie der Ölfilter beim Motor. Sie sollte alle 4-5 Jahre erneuert werden.

Warum?

Die Klimaanlage hat dasselbe "Problem" wie das Bremssystem. Auch das in der Anlage befindliche Kältemittel (augenblicklich noch vorwiegend R134a genannt) ist stark hygroskopisch. Durch die Kunststoffschläuche diffundiert Feuchtigkeit in das Kältemittel. Weiterhin diffundiert das Kältemittel durch die Kunsstoffschläuche in die Umwelt. Bei manchen Fahrzeugen mehr, bei manchen weniger und bei einigen sogar nicht merklich.

Ich habe schon etliche Klimaanlagen erlebt, die mit nur noch einem Drittel und weniger Kältemittel "funktioniert" haben. Die Anwender merkten zwar eine unzureichende Kühlleistung, benutzten die Klimaanlage aber weiter.

Wenn nicht genügend Kühlmittel in der Anlage ist, wird der Kompressor nicht ausreichend geschmiert und gekühlt. Dies wird über kurz oder lang zu einer teuren Reparatur führen.

Die Trocknerflasche filtert Feuchtigkeit und eventuell anfallende Schmutzpartikel (z.B. durch Abrieb im Kompressor) aus dem Kältemittel. Irgendwann kann sie nichts mehr aufnehmen, was dazu führen kann, dass sie den Kältemittelfuß be- oder verhindert. Die Klimaanlage verliert an Kühlleistung und im schlimmsten Fall wird der Kompressor zerstört.

Zahnriemen (Motorsteuerung)

Viele Fahrzeuge besitzen einen Zahnriemen. Er "steuert" das exakte Öffnen der Ventile im richtigen Moment zur Kolbenstellung, weswegen er manchmal auch als Steuerriemen bezeichnet wird.

Der Zahnriemen ist ein Verschleißteil. Die Wechselintervalle sind meist sehr unterschiedlich, richten sich aber in der Regel nach Laufleistung und Alter.

In Ihrem eigenen Interesse kann ich Ihnen nur ans Herz legen, die Erforderlichkeit des Wechsels nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. In den wenigsten Fällen kann man am Riemen optisch ausmachen, wie lange er noch hält. Ein alter Riemen, der noch gut aussieht, kann zwei Wochen später unvermittelt reissen. Das habe ich leider schon erlebt.

Das Problem ist nicht der Riemen an sich, sondern, wenn das Zusammenspiel zwischen Kolben und Ventilen nicht mehr passt. In den meisten Fällen stoßen die Kolben an die Ventile und verbiegen diese. Das kann kapitale Motorschäden nach sich ziehen, wo die Kosten den eigentlichen Zahnriemenwechsel um ein Vielfaches übersteigen.
Also wenn Sie nicht sicher sind, wie alt der Riemen ist und ob er schon mal gewechselt wurde, erneuern Sie ihn lieber komplett mit Spann- und Umlenkrollen und ggf. der Wasserpumpe (die wird oft über den Zahnriemen mit angetrieben und bei ihrem Ausfall hat man - im besten Fall - "nur" die Arbeit wie beim Zahnriemenwechsel noch mal).